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Kolumne zum ‘Transgender Day of Remembrance’

Diese Kolumne entstand in Erinnerung an den Transgender Day of Remembrance (Gedenktag für die Opfer von Transfeindlichkeit) der am 20. November gefeiert wird und soll eine Einführung in das Thema trans* geben.  

Trans* ist eine geschlechtliche Identität, es ist wichtig diese von der sexuellen Orientierung zu unterscheiden. Die sexuelle Orientierung beschreibt deine sexuelle Vorliebe und wen du als Sexualpartner*in bevorzugst. Demnach ob du heterosexuell, schwul, lesbisch, bisexuell, asexuell, etc. bist. Wohingegen die geschlechtliche Identität beschreibt als was oder wen du dich selbst definierst. Ob als Mann, Frau, transgender, agender, genderqueer oder nicht binär, etc. 

Die folgende Grafik das „Gender Unicorn“ ist ein Modell, welches versucht die Geschlechtsthematik bildlich zu veranschaulichen und greifbarer zu machen. 

Quelle: https://transstudent.org/gender/Seitenumbruch 

Was ist trans* und wozu das Sternchen? 

Als trans bezeichnen sich Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht mit dem Geschlecht übereinstimmt, welches sie bei der Geburt zugeschrieben bekommen haben. Allerdings ist trans* vielmehr ein Oberbegriff, der eine Vielzahl an geschlechtliche Identitäten beschreibt und nicht nur ein Erlebnis von nur einem Geschlecht umfasst, dies wird durch das Sternchen ausgedrückt.  

Die nächste Grafik ist eine Möglichkeit, wie Geschlecht veranschaulicht werden kann.  Es wird deutlich, wie die Geschlechter ineinander übergehen und deshalb oft nicht statisch benannt werden können.  

Quelle: https://theosclubhouse.com/2016/08/04/the-gender-spectrum/  

Was ist die Motivation hinter dem großen Schritt der Veränderung? 

Die Menschen haben im Zuge ihrer kulturellen und technischen Entwicklung über die Jahrhunderte gelernt und feststellen müssen, dass der menschliche Geist beeinflussbar, lernfähig, teilweise anpassungsfähig und geringfügig modellierbar ist, jedoch schon von Grund auf eine konstante, nicht veränderbare Persönlichkeit hat. Der Mensch ist jedoch mit steigender geistiger Reife im Stande, großen Einfluss auf seine Umwelt zu nehmen.  Was den Menschen dazu anspornte seine Umwelt nach seinen persönlichen Bedürfnissen und Idealen zu formen und zu verändern.  

Wenn eine ursprünglich weiblich zugewiesene Person, den Wunsch hat, den Körper an die trans*männlichen Geschlechtsempfindungen anzugleichen und Schritte unternimmt, um den Körper zu verändern, nennt man dies eine medizinische-Transition. Da die genaue Auseinandersetzung mit allein diesem Aspekt den Rahmen sprengen würde, so sei zumindest gesagt, dass jeder trans*Mensch für sich entscheidet, wann seine Metamorphose abgeschlossen ist und er im Einklang mit seinem Körper und Geist sind, sodass er seine Individualität entfalten kann. 

Dysphorie ist etwas, was die meisten trans*Menschen und nicht binäre Personen schon einmal erlebt haben. Dabei handelt es sich um ein Gefühl von körperlichem und sozialem Unwohlsein. Dafür kann es verschiedene Gründe geben, z.B. wenn ihre eigenen Vorstellungen von ihrem Geschlecht nicht zu ihrem eigenen Aussehen, Verhalten und/oder Sein passen. Der Leidensdruck, der aus dieser Dysphorie entsteht, ist oftmals die treibende Kraft für Transitionsprozesse. 

Natürlich gehen in dem Zuge auch viele andere Dinge einher, wie z.B. der Ausdruck der Geschlechtsidentität, der die Art bezeichnet, wie ich meine Geschlechtsidentität nach außen trage und wie ich von anderen gelesen werde. 

Das Bewusstwerden der biologischen Vielfalt 

Der Mensch hat als natürlichen Reflex Angst oder Vorbehalte vor dem Unbekannten und dem, was er nicht versteht. Oftmals ist dies der Nährboden für Diskriminierung jeglicher Art und kann sogar durch Kleingeistigkeit anderer zur vollkommenen Ausgrenzung führen. Fakt ist, dass der Mensch als Spezies eine schier endlose, facettenreiche Artenvielfalt aufweist, wie die Blumen in der Pflanzenwelt.  

Und nicht zuletzt, auf Grund unseres freien Bewusstseins, das uns so sehr von allen anderen Lebensformen unterscheidet, sollten, ja sogar müssen, wir endlich diese wunderschöne Vielfalt des Menschen begreifen, uns ihrer bewusst werden und sie schätzen. Denn das ist etwas, was uns alle ausmacht. 

Der Transgender Day of Remembrance am 20. November entstand im Gedenken an den Todestag Rita Hesters und dem weiterer Trans-Aktivisten. Denen auf Grund von Transphobie, Intoleranz und Inakzeptanz das Leben genommen wurde. Aber auch um darauf aufmerksam zu machen, dass Transphobie auch heute noch auf den Straßen und im Netz ein allgegenwärtiges Thema ist, gegen das etwas unternommen werden muss. 

Das Traurige ist, dass trans*Feindlichkeit vor allem durch Vorurteile und lückenhaftes Wissen entsteht, welches oft zu Diskriminierung umschlägt, die sich in Form von Hass äußert, der sich gegen trans*Menschen aufgrund ihrer Identität richtet. Gegen Transfeindlichkeit muss etwas getan werden und jeder kann etwas tun und sei es bloß seine Einstellung gegenüber Themen wie diesen zu hinterfragen und gegebenenfalls zu überdenken. 

Denn wenn wir stets an uns arbeiten und täglich einen kleinen Teil zur Weltoffenheit beitragen, werden wir eines Tages für uns selbst die Welt in ihrem Sternenlicht erkennen, die noch viel farbenfroher ist, als wir es uns hätten je erträumen können. 

Jeder will doch nur er selbst sein und um seiner Selbstwillen akzeptiert, respektiert und geliebt werden. Denn außer dem allgemeinen Wunsch in Frieden und gut zu leben, sind dies die Bedürfnisse und Grundpfeiler auf denen das Menschsein aufbaut. 

So kann es weiter gehen…

Falls du in der Region rund um Lüneburg wohnst und Hilfe brauchst oder Beratungsbedarf hast, kannst du dich sehr gerne an uns wenden. Die professionelle Beratung im Trans*LG, der Trans*Beratungsstelle Lüneburg, ist kostenlos, ergebnisoffen und anonym. Komm vorbei und bring deine Fragen und Anliegen mit.  

Falls ein größeres Interesse zum Thema Trans besteht, von Trans*Menschen oder deren Angehörige, gerne auch Menschen die einfach so ein persönliches Interesse dafür haben, so erhalten sie weitere Informationen unter: 

Transrespect versus Transphobia Worldwide- eine Amerikanische Webseite, die Informationen hat, zu den Trans*Opfern, die durch Trans*Phobie und Intoleranz ihr Leben geben mussten, weltweit . 

Deutsche Gesellschaft für Transgender und Intersexualität e.V . 

„Die dgti hat sich zum Ziel gesetzt, die Akzeptanz von Transgendern innerhalb der Gesellschaft zu fördern und deren Stigmatisierung entgegenzuwirken. Sie soll Betroffene und Interessierte beraten und betreuen, sofern dies gewünscht wird.“ 

https://www.dgti.org/

Bundesverband Trans* e.V.  

„Dieser Verein ist ein Zusammenschluss aus von Landes- und Regionalverbänden und -vereinen und Einzelpersonen, die sich unter Wahrung ihrer Autonomie schwerpunktmäßig für die Menschenrechte im Sinne von Respekt, Anerkennung, Gleichberechtigung, gesellschaftlicher Teilhabe und Gesundheit von Trans*personen einsetzen.“ 

https://www.bundesverband-trans.de

Huffpost -eine amerikanische Webseite die mehr Auskunft zum Transgender  Day of Remembrance und Rita Hester gibt: 

https://www.huffpost.com/entry/transgender-day-of-remembrance-rita-hester-and-beyond_b_4297938?guccounter=1&guce_referrer=aHR0cHM6Ly9kZS53aWtpcGVkaWEub3JnL3dpa2kvVHJhbnNnZW5kZXJfRGF5X29mX1JlbWVtYnJhbmNl&guce_referrer_sig=AQAAAB68UK9jlKorCMouPGrxFRbQ8_f2cE6d2PJ1yvHONH1tasWH3oeWXlT5QI28PUtAnhU-m_flv2VNCoG7c486mlxFdDxcBNJw33qnWUsS9xLA5gi3gEwM45-Jxpumej5Ay4Pgjw0W74DJgiYPzXHXpVyl_VARJKQw8bkXbVewXSNL

The LGBT Bar – ist eine amerikanische Plattform, die sich mit den Bedürfnissen und Problemen von Personen aus der LGBTQ+ Community auseinandersetzt und kümmert.

https://lgbtbar.org/programs/advocacy/gay-trans-panic-defense/ 

Falls jemand aus dem Umkreis Lüneburg an einem persönlichen Informationsaustausch Interesse hat, sind Sie Herzlich Willkommen und eingeladen, den Checkpoint Queer in Lüneburg zu besuchen oder sich auch auf unserer Webseite zu informieren. 

Ein Beitrag von Benjamin

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